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Digitale Medizin – Chance für den ländlichen Raum?

Digitale Medizin – Chance für den ländlichen Raum?

Am Donnerstag, den 16.02.2017 fand in Berlin die Veranstaltung „Startupbootcamp Digital Health Berlin“ [1] statt. Zu dieser Veranstaltung wurde auch ich eingeladen. Durch die Veranstaltung führte die Direktorin des Mentoring-Programms, Frau Juliane Zielanka. Kern der Veranstaltung war die Vorstellung von zehn Startup-Unternehmen. Die Unternehmen wurden aus 516 Startup-Unternehmen ausgewählt, die zuvor ein 3-monatiges, intensives Mentorentraining durchliefen. Die Startup-Unternehmen wurden in der Veranstaltung von ihren Mentoren angekündigt und konnten sich dann den ca. 350 Anwesenden jeweils etwa fünf Minuten vorstellen.

Eröffnung der Veranstaltung durch Juliane Zielonka

Für mich als Pirat ist das Thema Startup-Unternehmen in zweierlei Hinsicht interessant. Ich komme aus dem ländlichen Bereich Brandenburgs, der durch eine Unterversorgung im medizinischen Bereich und fehlende Arbeitsplätze gekennzeichnet ist.

Hier sehe ich große Möglichkeiten durch Startup-Unternehmen. Deren Ansiedlung käme insbesondere auch dem ländlichen Bereich durch die Schaffung von Arbeitsplätzen zugute. Des Weiteren können die vorgestellten Programme und Apps das Leben im ländlichen Raum erleichtern, bzw. auch Leben retten, wie man an einigen Beispielen ja sieht. Ein Alzheimer-Patient, der durch das Leben begleitet wird, und den die App an wichtige Dinge erinnert, führt ein selbstbestimmteres Leben. Wenn Asthmapatienten ihren Inhalator nicht mehr vergessen und ihn bei Anfällen zur Hand haben, oder wenn bei Menschen mit Depressionen eine niedrigschwellige und anonyme Hilfe möglich ist, wird dies die Lebensqualität der Betroffenen steigern undkann in Krisensituationen sogar ihr Leben retten. Verbesserter Austausch von Bildern zwischen Arzt und Facharzt führt zu einer schnelleren Diagnostik bei Hautkrebs und hilft die Gefahr früher zu erkennen, was die Chancen auf Heilung verbessert.

Kurze Kaffepause zum Netzwerken

Andererseits haben wir da immer das Spannungsfeld zum Datensicherheit/Datenschutz, bzw. Datenweitergabe an Dritte. Gerade als eine Partei, die die Chancen und auch die Risiken der Technik einschätzen möchte, ist es an uns, Antworten zu finden. Diese liegen aber nicht im unkritischen „dafür“ oder „dagegen“, sondern im kritischem Begleiten der Entwicklungen des Sektors digitale Medizin.

Ich freue mich daher auf einen weiteren Dialog zwischen Unternehmen und Politik, um Startup-Unternehmen neue Chancen zu eröffnen, aber eben auch um die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Gesellschaft als Ganzes davon profitiert.

Folgende Unternehmen stellten sich auf dem Demoday vor:

  • dermtest, Estland:
    Dermtest ist eine Expertenplattform, die den einfachen Austausch von Bildern zwischen Haus- und Fachärzten zur Diagnose von Hautkrebs ermöglicht.
  • FindAir, Polen:
    Hinter diesem Namen steckt ein smarter Inhalator für Asthma-Patienten. Die zugehörige App speichert die Daten der Inhalation, um die Effektivität der Behandlung zu messen. Zudem erinnert sie den Nutzer daran, den Inhalator überall mit hin zu nehmen.
  • Coronect, Deutschland:
    Patienten, die unter Herzinsuffizienz leiden, können mit dem entwickelten Tracker ihre Herzfunktion überwachen
  • I-Vitae, Italien:
    Entwicklung Tracker. Die Chance auf eine natürliche Geburt um bis zu 40 Prozent erhöht der vom Unternehmen entwickelte Tracker zur Geburtenkontrolle.
  • Paralign, USA:
    Paralign ist ein Emotionen- und Gedanken-Tracker, der zur Prävention vor mentalen Problemen und psychischen Erkrankungen eingesetzt werden kann. Das System beruht auf einem Erfahrungsaustausch der Paralign-Nutzer und will auch professionelle Hilfe per App anbieten
  • MediLad, Deutschland:
    Über Geschlechtskrankheiten und unerwünschte Schwangerschaften redet niemand gerne. MediLad ist ein Chatrobot, mit dem junge Frauen sich informieren können, ohne den schambesetzen Weg in die ärztliche Praxis machen zu müssen.
  • Memoria, Israel:
    Aus Israel kommt diese intuitiv zu bedienende App, die Alzheimer-Patienten zu einem selbstständigen Leben verhelfen, indem sie sie an wichtige Aktivitäten erinnert.
  • iRewardHealth, USA
    Die Aussicht auf Geld spornt an. Dachten sich die Gründer von iRewardHealth und entwickelten eine App, die ihre Nutzer zu einem gesunden Lebensstil animieren soll. Für gesundes Essen und Bewegung gibt es Punkte, die in barer Münze ausgezahlt werden. Das Geld dafür kommt von Krankenkassen und Arbeitgebern.
  • YuScale, Deutschland
    Das deutsche Start-up hat mit Mitteln des Horizont 2020-Förderprogramms eine Waage entwickelt, die in Verbindung mit einem Bildanalyse-Tool die Kohlehydrate einer Mahlzeit sehr genau bestimmen kann.
  • Couch, Portugal
    Die Portugiesen präsentierten eine App, die Videokonsultationen für Patienten mit Depressionen oder anderen mentalen Problemen anbietet.

Dieser Beitrag stammt von Mathias Täge. Mathias ist Direktkandidat im Wahlkreis 60 sowie Listenplatz 7 zur Bundestagswahl 2017 für die Piraten Brandenburg. Außerdem schreibt er für das Presseteam Brandenburg Artikel für Landesblog und Presse.


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Quelle/Veranstaltung [1]:
https://www.startupbootcamp.org/events/digital-health-berlin-15/
https://www.startupbootcamp.org/accelerator/digital-health-berlin/